IHA Graz: Sieg für Barbet Darwin Junior

Rebecca Kleinhansl, 11Jahre  alt und ihr  Barbetrüde „Darwin Junior Lackie Splendorki“ begeisterten am 18.03 auf der IHA in Premstätten: Darwin bekam im Ring unter Richterin Daila Rocchi (HR), das CACA, CACIB und BOB.

Rebecca präsentierte Ihren Darwin im Anschluss im Ehrenring in dem Wettbewerb „Juniorhandling Altersgruppe 1“  unter Richterin Caroline Garhöfer und erreichte den 1. Platz!

Tolle Präsentation, tolles Team!

IHA Premstätten 2023 – unsere Ergebnisse

Ergebnisse der Internationale Hundeausstellung IHA Premstätten 18.3.2022
Richterin: Maria-Luise Doppelreiter (AT)
Jugendklasse:
Archiebald vom Mühlenbachhof: V1, Ju-CACIB, Jugendbester, bester Junghund (Ju-BOB), BOS
Junior BOG 7: Platz 3
Gebrauchshundeklasse:
Duc des bécassiers vom Helmriegel: Sg1
Championklasse:
Belle Beretta vom Helmriegel:
V1, CACA, CACIB, BOB
BOG 7: Platz 4

Ausstellungen und Shows 2023

Bei der IHA (internat. Hundeausstellung) Graz werden am Samstag 18.3. (unter anderem) die FCI Gruppe 7 (Vorstehhunde) und FCI Gruppe 8 (Barbets!) gerichtet. Ich werde am Samstag vor Ort sein und würde mich freuen, wenn wir dort ein kleines Treffen veranstalten könnten, egal ob ihr mit eurem Hund als Besucher kommt oder als Teilnehmer der Ausstellung. Für diejenigen, die noch keinen Formwert (Beurteilung des Exteri- eurs) haben oder den österr. Jugendchampion
oder Champion anstreben, bitte unbedingt zur Ausstellung anmelden. Meldeschein bzw. Möglichkeit zur Onlinemeldung findet ihr unter www. oekv.at > ÖKV Show. Bei Fragen könnt ihr euch jederzeit gerne bei mir melden.
Eure Diana
P.S.: Gültige Tollwutimpfung (laut Ausstellungsordnung erst 30 Tage nach Impfung) für den Einlass für alle Hunde verpflichtend!

– von Diana Nadolph

Barbet: Aus dem Züchterleben

Kurz vor Ostern wurde meine Barbet-Hündin „Tessa“ (Cia vom Burgerwald) läufig, ein guter Monat früher als vorgesehen.

Somit wurde bereits die geplante Deckung zum Nervenkitzel, denn ich hatte bald darauf einen beruflichen Termin in Deutschland, den ich unbedingt wahrnehmen musste, und der theoretisch mit den Stehtagen der Hündin zusammentreffen hätte können. Somit wurde ein Plan A und ein Plan B geschmiedet und der Rüdenbesitzer informiert. Der zweite Stress – der Rüde fuhr auf Urlaub und stand nur zur Verfügung, wenn die Stehtage bis zu einem bestimmten Datum gewesen wären. Somit mussten weitere Backups geschmiedet werden. Ersatzrüden wurden gesucht, was sich aus den verschiedensten Gründen nicht als einfach erwies.

Schließlich war Plan B Rüde gefunden, die Progesteronwerte verliefen so, dass die befürchtete Kollision mit dem beruflichen Termin nicht stattfand und ich fuhr von dort dann gleich weiter nach Holland. Unterwegs immer wieder Progesteron messend, bis der Rüde A endgültig ausgeschieden war und wir dann in Holland am Meer der Dinge harrten. Da sich das alles genau in den Osterferien abspielte war das mit der Quartiersuche am Meer mit Hund auch kein einfaches (und kein billiges) Unterfangen, jedoch gelang
letztendlich alles und nach einigen Tagen unfreiwilligen (aber sehr schönen) Meeresaufenthaltes in Holland (genau zur Zeit der Tulpenblüte) konnten wir erfolgreich decken. Zu der Zeit hätte Tessa zur IBGH 3 Prüfung antreten sollen, stattdessen befanden wir uns in Holland und am Ostersamstag fuhren wir dann in einem durch von Holland wieder heim ins Waldviertel.

Ein paar Wochen später konnte die Trächtigkeit bestätigt werden und Mitte Juni kamen fünf gesunde Barbet-Welpen zur Welt (1 Rüde, 4 Hündinnen, 4 davon schwarz, eine braune Hündin). Wie das meine Hunde bisher immer taten, hielt sich Tessa genau an meinen Dienst- und Terminplan. Die Geburt begann unmittelbar nach meinem Dienst und war vor dem nächsten Termin beendet, sodass ich alle Verpflichtungen ohne Einschränkungen wahrnehmen konnte. Glück muss der Mensch manchmal auch haben.

Die zukünftigen Besitzer wurden informiert, wie bei jedem Barbet-Wurf wurde eine Whatsapp-Gruppe gegründet und ich versorgte sie täglich mit vielen Fotos und Videos über die Entwicklung der Welpen. Wie immer vergeht die Zeit viel zu schnell, das Wetter war uns hold und die Welpen konnten mit 4 Wochen in den Freiauslauf ziehen und ihre motorischen Fähigkeiten am Abenteuerspielplatz trainieren. Wie mit allen Welpen machten wir auch mit diesen Ausflügen mit dem Auto, sie lernten viele Tiere kennen (Pferde, Lama, Schweine, Ziegen etc), sie sahen Rollstuhl und Rollator, Menschen in allen Formen, Größen und Alterskonstellationen und auch verschiedenste Hundebesuche kamen zu den Barbet Welpen. So vergingen die zwei Monate viel zu rasch und schließlich wurden die kleinen Racker Mitte Au- gust von ihren neuen Besitzern abgeholt. Seither bekomme ich in unserer Whatsapp-Gruppe viele Fotos und Videos von den Welpen und sowohl ich als Tierärztin, als auch eine Welpenbesitzerin als Trainerin stehen den neugebackenen Hun- deeltern mit Rat und Tat bei Fragen aller Art zur Verfügung.
Ich freue mich schon auf den nächsten Wurf mit meiner anderen Hündin Emma (Nuphar ́s Note to Self).

– von Regina Wagner

Schock! Magendrehung bei Lanzelot

Ein Schockmoment für jeden Hundebesitzer! So geschehen beim EPI LOUBARD DU BOIS DU DEFFOY („Lanzelot“ … kurz „Lanzo“ gerufen).

Es war Mitte Juli und ein Spaziergang durch die Donauauen mit Rauhaardackelfreundin „Lotti“ stand auf dem Programm. Nach der Rückkehr und dem Ablegen der Hunde war bald darauf abendliche Fütterung angesagt. Lanzo fraß ein paar Bissen und lief plötzlich ein paar Schritte zur Seite auf die Wiese, blieb stehen und ich glaub- te, nach seiner Haltung zu urteilen, dass er das Fressen wieder hochwürgen würde. Doch er fing auf einmal zu keuchen an, speichelte stark und ging unruhig hin und her. Dabei krümmte er den Rücken und ich hatte das Gefühl er will was rauswürgen, aber es funktioniert nicht. Noch dazu fing sich sein Bauch an aufzublähen. In die- sem Moment des Schocks stand sofort der Be- griff Magendrehung im Raum. Ich kannte dieses Problem vom Hörensagen, doch näher infor- miert über diese Problematik bei Hunden hatte ich mich noch nicht. Doch eines wusste ich – mit dem Hund so schnell wie möglich in ärztliche Behandlung.

Sofortiger Anruf bei der nächsten Tierklinik in Hain- burg. Diese Klinik ist ca. 15 km entfernt und rund um die Uhr erreichbar, auch am Wochenende – und es war Samstag! Innerhalb einer Stunde lag Lanzo am OP-Tisch. Drei Stunden wurde er operiert. Es stellte sich heraus, dass die Milz bereits vergrößert war, aber die Behandlung erfolgte rechtzeitig. Der zuständige Arzt gab nach der OP (es war bereits Mitternacht) telefonisch Bescheid, dass die OP gut verlaufen ist und es dem Hund den Umständen entsprechend gut geht. Nach zwei Tagen konnte ich Lanzo abholen. Sei- ne Bauchdecke hatte einen ca. 15 cm langen Schnitt. Laut Arzt wurde ihm der Magen an der Bauchwand festgenäht, sodass es keine Ma- gendrehung mehr geben dürfte. Eine Woche lang bekam er jeden Tag eine Antibiotikaspritze, die Naht wurde begutachtet und nach 10 Tagen die Fäden entfernt.

Wenn es nach dem Hund ginge, wäre nach Ab- klingen der Narkose alles wieder in Ordnung. Fressen, Laufen, Springen! Jetzt kam nicht nur ich als Hundeführerin ins Spiel, sondern die ganze menschliche Familie: sechs Wochen lang kleine Futtereinheiten mehrmals am Tag geben (zu- mindest die ersten drei Wochen), immer an die Leine um das Laufen einzudämmen, in das Auto reinheben und Hundecouch blockieren um Springen zu vermeiden. Und zu guter Letzt den natürlichen Drang des Hundes, das Schlecken an der Wunde, zu verhindern. Hierzu trug er ein Hunde-Shirt, das die lange Narbe eigentlich verdeckt. Wie Lanzo es trotzdem öfters schaffte sich Zugang nur zu ein bisschen Wunde zu ermöglichen war manchmal mehr als rätselhaft.

Schlussendlich ist aber alles gut verheilt, das Fell nachgewachsen und Lanzo ein gesunder, vitaler und springlebendiger Hund in den besten Jahren (7 Jahre).

– von Regina Buresch

Picard-Treffen in Tschechien

Im letzten Herbst fand in Tri Studne, Tschechien, das 7. Picardtreffen statt. Von unsrerem Club nahmen Doris und Rudolf Mittendorfer und Regina und Robert Vorraber mit den Picards Emersyn Spanila Jolanta, Alma Spanila Jolanta und die Epagneul Francais-Hündin Snowflake de L`Oree du Bois Bruyer teil.

Die ersten Teilnehmer fanden sich bereits am Freitag ein, der Rest ist am Samstag angereist. Es wurde fleissig geübt, die jungen Hunde konnten die Suche und das Vorstehen an der Wachtel üben, weiters wurden Fasan, Marder, Blässhuhn und Ente apportiert, den älteren Hunden hat es auch nicht geschadet, bereits Erlerntes wieder aufzufrischen. Auch die Wasserarbeit kam nicht zu kurz, der naheliegende See bietet wunderbare Bedingungen, auch zum Stöbern im Schilf.

Leider war das Wetter so miserabel, es hat fast die ganze Zeit geregnet und es war wirklich sehr kalt, sodass die Motivation bei den Hundeführern dann doch ein bisserl nachgelassen hat und sowohl der Freitag als auch der Samstag endeten wie immer gemütlich am (überdachten) Lagerfeuer beim Würstlgrillen und Bier. (das kleine Bierfass heisst übrigens auf tschechisch „Welpe“). Unsere Züchterin Johana Fojtikova hat wie bereits in den letzten Jahren alles bestens organisiert, die Anlage bietet sehr gute Trainingsmöglichkeiten, es sind Wiesen, Wälder und ein See vorhanden und es ist kein Problem, wenn dort so viele Hunde trainieren und spielend herumtoben.

Insgesamt waren 12 Epagneul Picards, 1 Epag- neul Francais, 1 großer Münsterländer und 2 Dackel vor Ort, neben dem Training ist natür- lich auch die Geselligkeit für Mensch und Hund nicht zu kurz gekommen und jedes Jahr fasziniert es mich wieder aufs Neue, dass sich 16 Hunde (Hündinnen und Rüden) untereinander so gut vertragen sodass wir alle wirklich ein entspanntes Wochenende miteinander verbringen konnten.

– von Regina Vorraber

Daenerys mit Top-Ergebnissen bei gleich 2 Feld-Wasser-Prüfungen!

Wir haben es gerockt – gleich 2 Mal!

Ob es sehr harte Arbeit war? JA!
Ob es sehr zeitaufwendig war? JA!
Ob es sich gelohnt hat? JA!
Ob ich sehr stolz auf Daenerys bin. Definitiv!

Am 24.09.2022 um 5 Uhr am Morgen, ging es los nach Kärnten zur Feld- und Wasserprüfung zum KJPV Kärntner Jagdhundeprüfungsverein. Dort angekommen stieg die Nervosität ins unendliche, bis zur Anmeldung vergingen gefühlt Stunden. Endlich hieß es „Alle zur Anmeldung“ wo wir unsere Losnummer erhielten. Zuerst mussten wir uns alle zusammen vor dem See aufstellen und es folgte eine Ansprache. Es wurden anhand der Losnummer, jeder zu den jeweiligen Richtern zugeteilt.

Dann ging es schon ins Revier. Dort angekommen durfte sich jeder Hund frei bewegen und lösen. Zuerst waren wir für die Feldarbeit eingeteilt, also Quersuche, Vorstehen, Schleppenarbeit und Frei-Verloren. Bei der Schleppe wollte Daenerys nicht so, wie wir es die letzten Wochen von ihr gewohnt waren. Doch es hat dann doch noch funktioniert, obwohl ich kurz dachte, das war ́s jetzt! Dann ging es schon zum Wasserteil. Da war Daenerys voll in ihrem Element. Wobei ich ehrlich bin, ich war wie in Trance, weil auch hier meine Nervosität wieder ins Unendliche stieg. Was soll ich sagen? Sie hat es voll gerockt mit 274 Punken. So, wie auch ihr Bruder, der mit uns in derselben Gruppe war! Voller Stolz ging es dann mit den zwei Helden zum King, denn diesen Burger hatten sie sich beide wirklich sehr verdient und ein bisschen Spaß muss sein! Kommt ja nicht immer vor.

Eine Woche darauf, also am 30.09.2022 ging es dann bei dem steirischen Jagdhundeprüfungsverein zuerst zur Wasserprüfung, wo Daenerys alle Richter begeisterte. Diesmal machte ich einen Fehler, anstatt sie einfach arbeiten zu lassen, habe ich sie zurückgepfiffen. Am nächsten Tag ging es dann zur Feldprüfung. Hier trafen wir uns um 7 Uhr beim GH Kiessner in Lebring. Hier wurden wir in 2er-Gruppen eingeteilt, wie auch schon am Vortag am Wasser. Zuerst waren auch hier wieder die Quersuche und das Vorstehen. Dies stellte sich als Challenge heraus, da es in der Nacht geregnet hatte und wir kein Wild gefunden haben.

Die Richter beschlossen, dass wir zuerst die Schleppen machen und wenn es etwas freund- licher vom Wetter wird, wir nochmals versuchen, dass Daenerys zum Vorstehen kommt. Sie hat diesmal ihre gewohnte Leistung, die ich von ihr gewohnt bin, auf den Schleppen gezeigt. Ich war bereits zu diesem Zeitpunkt, schon mehr wie stolz auf sie. Ablegen, mit Schuss kam uns leider eine Spaziergängerin entgegen, somit musste ich nochmals zu Daenerys zurück und sie noch- mals ablegen, was sie sichtlich verunsicherte und wechselte ins Sitz, anstatt im Platz zu bleiben. Nach dem Frei Verloren, das sie auch mit Bra- vour bestanden hatte, fuhren wir nochmals ein kleines Stück, um nochmal die Quersuche mit Vorstehen zu versuchen. Gott sei Dank kam sie dann endlich auf einen Hasen zum Vorstehen! Ich bin extrem stolz auf die Maus – haben wir doch glatt den 1e Preis abgeräumt, mit 298 Punkten!
Jetzt legen wir mal die Pfoten ähm Beine hoch, aber nicht lange. Den die nächsten Ziele warten schon auf uns 🙂

– von Katja Ulz

Darius erfolgreich im Felde und zu Wasser

Am 8.Oktober 2022 sind Darius und ich zu unserer ersten Leistungsprüfung beim JHPV- Linz angetreten.

Wir konnten die Wasserprüfung im Ib Preis absolvieren. Leider hat sich Darius im Schilf eine schlimme Augenverletzung zugezogen, so dass wir die Prüfung abbrechen mussten und die Feldprüfung nicht mehr absolviert haben. Das Auge wurde in der Tierklink sofort behandelt. Mittlerweile gehts ihm wieder gut, er hat auch keine bleibenden Schäden am Auge davonge- tragen. Die somit versäumte Feldprüfung wer- den wir wohl nächstes Jahr nachholen.

– von Gottfried Oberhauser

Barbet Hubertus absolviert die Brauchbarkeitsprüfung

Am 15.10. 2022 absolvierte unser Barbet Hubertus die Brauchbarkeitsprüfung für Jagdhunde in der Klasse FCI 8.

Mit Ausnahme des Vorstehens wurden alle Fächer wie Schweiß, Schleppen, Freiverloren, Bringen aus dem triefen Wasser und der Gehorsam geprüft. Ebenfalls wurde die Schussfestigkeit im Wasser und während der freien Suche im Feld kontrolliert. Hubertus arbeitete mit Ruhe und guter Konzent- ration. An der ein oder anderen Schwäche, die sich während der Prüfung gezeigt hat, wird na- türlich weitergearbeitet. Die nächsten Schritte sind das Festigen des Apports, VGP-Training und Bringselverweisen. Hubertus und ich hatten sehr großen Spaß am Training und der Prüfungsvorbereitung. Die soziale Komponente, die Treffen mit Hunden und Führern machten das Training zu einem Fixpunkt den wir auch weiter nicht mis- sen wollen. Der Austausch mit auch sehr erfahre- nen Führern bringt Spannendes und neue Blick- punkte, die die eigene Entwicklung im Training und die eigenen Persönlichkeit vorantreiben. In diesem Sinne Horüdho und Suchenheil an alle Gespanne.

– von Christian Seifert

Hundgestützte (psychologische) Therapie in einem Akutkrankenhaus

Seit 2020 absolviert die zum Therapiehund ausgebildete Barbethündin Faye (Wookiiebev a new hope lars beru, gewölft 15.3.2018) einen Teil meiner Dienstzeit als Psychologin im Krankenhaus mit mir. Unser Dienstort ist dabei die Palliativstation und das Hospiz eines Grazer Akutkrankenhauses.

Ein Hund im Akutkrankenhaus ist immer mal wieder erstaunte Blicke wert – sowohl bei den Mitarbeitern, als auch bei den PatientInnen. Warum also wird ein Therapiehundeteam im Krankenhaus eingesetzt? PatientInnen, die schwerkrank sind, vielleicht am Ende ihres Lebens stehen, bringt Faye ein Stück Alltag in einen oftmals bereits lange andauernden Krankheitsweg. Der Schwerpunkt der Gesprächsinhalte wechselt durch die Anwesenheit der Therapiehündin von den Themen Krankheit, Ängste und Tod oftmals zur Lebensgeschichte der PatientInnen mit ihren Tieren. Freudige Erinnerungen, lachen über lustige Vorkommnisse mit Hund und co, ebenso die Einbeziehung der Angehörigen in diese ganz besonderen Gespräche. Der Fokus im Therapeutendreieck PatientIn-Hund-Psychologin liegt auf der Befindlichkeitsverbesserung, Angstreduktion und Gesprächsinhalten, die ohne Anwesenheit des Therapiehundes in dieser Form nicht gezeigt werden. Faye ist einfach da-tröstend, akzeptierend, vorurteilsfrei. Eine Erfahrung, die für PatientInnen in diesem Lebensabschnitt nicht automatisch selbstverständlich ist. Faye ist kein Allheilmittel, doch kann durch den gezielten Einsatz eines gut trainierten, sehr freundlichen Therapiebegleithundes auch im Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen Erstaunliches erreicht werden. In manchen Situationen mag es „nur“ ein entspanntes Lächeln sein, in anderen Situationen wieder lassen sich PatientInnen durch das Kontaktliegen und die ruhige Atmung des Hundes emotional stabilisieren.

Die Begleitung von Kindern, bei denen ein Angehöriger schwer erkrankt ist, sowie Jugendliche und Erwachsene auf einem schweren Stück Weg begleiten zu dürfen ist für uns als Therapiehundeteam eine herausfordernde und zugleich wundervolle Aufgabe. Faye hat immer die Möglichkeit sich zurückzuziehen oder den Raum zu verlassen. Sie muss keine Aufträge erfüllen und doch scheint sie, ihren Job gefunden zu haben. Von klein auf ging sie auf jede Person zu, will gestreichelt werden und fordert ihre Streicheleinheiten auch ein. Am Ende einer Patienteneinheit ist sie merklich müde und als Belohnung für die Arbeit geht es dann auf zu einem ausgiebigen Waldspaziergang.

In der Palliativversorgung von PatientInnen in fortgeschrittenem Erkrankungsstadium steht schwerpunktmäßig der psychologische Aspekt des Therapiehundeeinsatzes im Vordergrund. Ebenso wie die Verbesserung des seelischen Wohlbefindens und die Förderung der Kommunikation in einer das Leben bedrohenden Situation . Manchmal ist das Therapieziel ausschließlich die Verbesserung der Lebensqualität für ein paar Minuten. Die hundgestützte Therapie zielt darauf ab,  Menschen in leidvollen  Lebenssituationen mit teilweise gravierenden Funktionsverlusten die Möglichkeit zu bieten, in einem geschützten Rahmen, nochmals Wertschätzung und Selbstwirksamkeit zu erfahren. Nach dem Motto: Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tagen zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.

Anzumerken ist auch, dass nicht nur die PatientInnen von der Anwesenheit des Hundes profitieren, Pflegepersonal und Ärzte freuen sich ebenso über die Möglichkeit für kurze Zeit dem herausfordernden Arbeitsalltag zu entkommen.  Beispiele für berührende,  heitere und ans Herz gehende Geschichten von Faye und ihren PatientInnen könnte ich vielfach bringen, doch ich fürchte, das würde den Rahmen des Artikels sprengen.

Hunde begleiten mich mein ganzes Leben, und ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich diese wunderbare Hunderasse vor vielen Jahren in Frankreich kennenlernen durfte. Mittlerweile haben wir auch einen jungen Barbetrüden, der bereits die Therapiehundeausbildung absolviert.

Was genau ist eigentlich ein Therapiehund und wie läuft eine Therapiehundeausbildung ab? EinTherapiehund ist ein mit seinem Halter für die therapeutische Arbeit ausgebildeter und geprüfter Hund, der durch gezielten Einsatz positive Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten von Menschen mit besonderen Bedürfnissen erzielen soll. Der Hund hilft durch seine Anwesenheit und ist Teil des therapeutischen Konzept.

Damit der Hund vom Messerli Institut als Therapiehund anerkannt und zertifiziert wird, müssen Hund und BesitzerIn eine Ausbildung in einer anerkannten Hundeausbildungsstelle absolvieren. Bestehend aus Theorieteil, Praxisteil mit dem Hund und Übungseinsätze in verschiedenen Institutionen, wie Schule, Kindergarten, Seniorenwohnheim, Krankenhaus oä. Weiters benötigt der Hund ein tierärztliches Gesundheitszeugnis. Dann erfolgt eine Prüfung, in der das Hund-Mensch-Team eine gestellte Therapieeinheit zu absolvieren hat. Ausführliche Informationen zur Therapiehundeausbildung finden sie auf der Homepage der Veterinärmedizinischen Universität Wien unter Messerli Forschungsinstitut.

Bei Fragen rund ums Thema Therapiehund können Sie mich jederzeit gerne kontaktieren!

– Von Faye und Mag. Sonja Kriebernegg-Kargl, Psychologin